Dentallabor Marketing

Wie gehen Sie als Dentallabor in Zukunft mit Industrie und Handel um?

[fa icon="calendar"] 08.05.17 10:14 / von Peter Kappert

 

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Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag in Form eines "offenen Briefes" von ZTM Peter Kappert -  Essen - Dental Alliance

"Sehr geehrte zukunftsorientierte Kolleginnen und Kollegen, die Beiträge einiger Kollegen in der Facebook-Gruppe Aktive Dentallabore haben uns bewogen, ein zweites Mal ein Statement unserer Gruppe Dentalalliance abzugeben. Dieses Mal wird es etwas länger und deswegen freut es uns, dass wir das über den Blog von Rainer Ehrich machen dürfen.

Ich habe mich als GF der Dentalalliance Group über Herrn Ehrich am 23.3.2017 erstmals in der AD-Gruppe geäußert, weil wir uns gegen die Machenschaften der Ivoclar durch deren Pressemitteilung sofort noch während der IDS gewehrt haben. Wir möchten hier in diesem Beitrag noch etwas hinzufügen, was vielleicht einige Dentallabor-Chefs zum Nachdenken und Nachahmen anregt.

# 1 Wir haben durch den "1. Offenen Brief" einen Stein ins Rollen gebracht.  

Das haben uns die positiven Statements / Zuschriften der Kollegen, sowie Partner von Industrie- wie Handel gezeigt. Von Ende März bis heute ist im Hintergrund wie vordergründig sehr viel geschehen. Für uns galt es zunächst, die vielen "Pro Ivoclar" Äußerungen der Kollegen,  zu analysieren, weil der realistische Verstand es nicht wahrhaben wollte, dass ein zahntechnischer Unternehmer noch ein Produkt seines wirtschaftlichen "Henkers" nach deren offizieller Pressemitteilung kauft.

Aber mitnichten.  In der Analyse, wer steht noch PRO zu dem Unternehmen Ivoclar war es nicht schwer in den Recherchen zu erkennen, dass die PRO Kollegen vornehmlich aus dem Kurs- und dem daraus resultierenden Abhängigkeitsverhältnis zur Ivoclar zu zählen sind.

Natürlich mit den üblichen Ausnahmen. Die Kursleiter/ Geber gelten ja allgemein als "Guru" - oder anders formuliert - als zahntechnisches Vorbild auf diesem Sektor.

Das sorgte dann in den Kommentaren für:

"Lieber ( xy) .... ich danke dir für die ehrlichen Worte zu diesem tollen Unternehmen welches so viel für die Zahntechnik getan hat usw, usw..."

Nur, mit zahntechnischer Romantik zu keramischen Verfahren, vorgetragen von fachlich durchaus etwas mehr befähigten Kollegen auf einem bestimmten fachlichen Sektor, sichern wir definitiv nicht unsere wirtschaftliche Zukunft.

Unsere Dental Alliance veranstaltet jedes Jahr um die 10 Kurse um die fachliche Qualität zu steigern. Das tun wir mit eigenen versierten Technikern oder externen Referenten. Dabei lehnen wir seit Jahren konsequent Produkte ab, die uns in einen Abhängigkeitskreislauf bringen.

 

Darunter verstehen wir:

  • verpflichtende wie knebelnde Updates
  • keine freien STL- Files
  • Produkte von ehemaligen deutschen Top Firmen, die sich mittlerweile vornehmlich in den Händen von Investoren oder Aufkäufen von USA-Firmen befinden.

# 2 Warum wir einen "2. Offenen Brief" in Form dieses Artikels schreiben:

Wir äußern uns heute zu der aktuellen Situation, die wir nach der IDS erkennen mussten. Dabei geht es jetzt um den Handel. Ausgelöst durch Henry Schein, die unverblümt damit werben, Helferinnen in einem Tageskurs ( CEREC Assistenz s. Kursprogramm ) zu keramisch versierten Keramik-Digital-Technikern mit Diplom auszubilden!

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Das ist - gelinde formuliert - eine unverschämte Äußerung des Dental- Handelsunternehmen Henry Schein. Zudem zeugt es von arroganter Herablassung und mangelnder Wertschätzung gegenüber unseren über Jahre ausgebildeten Technikern im CAD-CAM & Keramik-Bereich, die unseren hohen Qualitätsstandard weltweit geprägt haben!

# 3 Hier wird vom Handel Folgendes suggeriert:

"Schicken Sie Ihre zahnmedizinische Fachangestelllte zu uns- und wir machen in 1,5 Tagen eine digitale „Chairside-Fachkraft, respektive Keramikerin, daraus"! Für uns ist das nur noch unfassbar zu schwer zu verarbeiten. Glücklicherweise haben wir nie ein Produkt bei Henry Schein geordert. Wir sind nicht so blauäugig, nicht zu akzeptieren, dass es seit Jahren einen Markt für CAD-CAM Chairside Behandlungen gibt. Aber es macht uns wütend, wie wenig Respekt unser hoch-technisierter Beruf von einigen Dental-Händlern angesehen wird und diese das unverblümt in Ihren werblichen Aussagen offiziell dokumentieren.

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# 4 Mit wem kann ein Dentallabor heute noch zusammen arbeiten?

Wer jetzt als Zahntechniker oder als zahntechnischer Unternehmer nicht erkennt, wie achtlos man mit unserer fachlichen Kompetenz umgeht, dem ist nicht zu helfen. Jetzt ist spätestens der Zeitpunkt für die Zahntechniker gekommen, sehr zeitnah gegenzusteuern oder schneller unter zu gehen.

Somit ist es an der Zeit zu handeln, denn wir liegen mit den gewerblichen Labor-Umsätzen bezogen auf 100 % bei unter 40 % des gesamten ZE- Umsatzes- im Umkehrschluss bedeutet es, dass mittlerweile über 60 % der Umsätze im ZE- Bereich auf Auslands ZE, Praxislaboren und Industrie-Fräszentren fallen. Eine weitere Gefahr sehen wir nicht im Intraoral- Scanner an sich, ganz im Gegenteil, sondern die Gefahr lauert darin, welche Firma stellt den Intraoral Scanner her, wer fungiert als Händler und welcher der Händler oder Lieferanten bietet zudem Dienste im eigenen Industrie- FRÄSZENTRUM an.

Wer hier den "falschen Partner" wählt, beschleunigt weiteren Umsatzverzicht. Wir müssen, betone „müssen“, akzeptieren, dass sich die Wertschöpfungsketten dramatisch verändert haben und sich weiter verändern. Ein sehr geschätzter Kollege erwähnte vor kurzem, der Markt braucht Zahntechnik, nur welche Rolle spielen dabei die gewerblichen Labore?

# 5 Dentallabore sollten mehr miteinander kooperieren

Wir werden uns vor allem in unserem eigenen Fräszentrum ( unser Motto: von Kollegen für Kollegen) intensiv um zahntechnische Lösungen bezogen auf die Industrie- und Handelspartner kümmern und Materialien und Partner auswählen die in den nächsten Jahren nicht zu unseren wirtschaftlichen Gegnern werden, sondern Partner der Zahntechnik bleiben. Da gibt es reichlich hochqualifizierte Unternehmen mit Top Produkten (in allen Sparten der Zahntechnik) die leider durch die wirtschaftliche Macht, Präsenz und Werbekraft der großen Firmen aus dem Focus vieler Kollegen gefallen sind.

Alle Partner der Dental-Alliance werden weiterhin mit hochwertigen Produkten "Made in Germany" und digitalen Lösungen Ihren zahnmedizinischen Kunden zur Seite stehen. Wir sind bei unseren Kunden dafür bekannt, dass wir unsere vielfältigen Produkte- Dienstleistungsangebote- und teilweise Alleinstellungsmerkmale wie InHouse- Eigen-Entwicklungen zu fairen Preisen berechnen.

Wir möchten unseren Mitarbeitern eine zahntechnische Zukunft im wirtschaftlichen Bereich bieten und werden nicht zulassen, uns von dentalen Firmen, die nur noch Umsatz und kurzfristige Rendite sehen und gegen unseren Berufsstand aggressiv vorgehen, an den Rand des Marktes gedrängt zu werden.

Kurzum, wir wollten unsere Bedenken und Veränderungen zum Markt hier in diesem Statement zum Ausdruck bringen und hoffen, ein verändertes Nachdenken angeregt zu haben.

Unser Dank gilt dem Kollegen Rainer Ehrich, der die Möglichkeit geschaffen hat, Bedenken, Veränderungen in unserem Beruf sachlich und kritisch äußern zu können. Wer ähnlich denkt wie wir, kann sich gerne unter: info@dentalalliance.de bei uns melden. Wir werden in unseren Räumen bei entsprechendem Interesse Diskussionsveranstaltungen organisieren." 

Mit kollegialem Gruß im Namen der DentalAlliance GbR

Peter Kappert ZTM, Essen"

Kategorien: Dentallabor, Chancen in der Zahntechnik

Peter Kappert

Autor: Peter Kappert

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