Dentallabor Marketing

Wie Zahntechniker lernen, auch mal NEIN zu sagen

[fa icon="calendar"] 17.07.15 15:54 / von Rainer Ehrich

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In diesem Beitrag werden Sie sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle wieder finden und das ist gut so und ganz normal. Zahntechniker sind es vom ersten Tag der Lehrzeit gewohnt, vieles in Kauf zu nehmen. Sei es terminlich oder technisch. Der Druck der Zahnärzte auf die Laborchefs verlangt in der Regel eher ein “Jawohl, Herr Doktor! Na klar machen wir das!” 

In diesem Artikel erfahren Sie, wie es auch anders geht, ohne dass Sie Angst haben müssen, irgendetwas zu verlieren. Ganz im Gegenteil: Sie gewinnen mehr, wenn Sie an der richtige Stelle auch einmal NEIN sagen.

Menschen, die ihre Fahnen ständig in den Wind hängen, bauen gerne Beziehungen mit Menschen auf, die Ihnen angeblich helfen könnten. In der Regel halten sie allerdings wenig von ihnen oder teilen deren Werte nicht. Sie machen das nur, wenn die Umstände es erfordern oder wenn es je nach Situation für sie günstig erscheint und sie sich Vorteile von einem solchen Kontakt versprechen. Man nennt dieses Verhalten Opportunismus. 

Menschen, die einen inneren Kompass haben, die ganz genau wissen, was sie wollen und wissen, wer zu ihnen passt, machen so etwas nicht und sagen auch einmal NEIN! Überprüfen Sie Ihre eigenen Werte mit Ihrem Handeln täglich. Überprüfen Sie regelmäßig, was Sie wirklich wirklich wollen. 

#1 Finden Sie Ihren inneren Kompass:

Sie haben immer die freie Wahl und diese Souveränität sollte für Sie unverhandelbar sein. Das heißt in unserer Branche und für Sie als Labor Chef: 

Es passen einige Zahnärzte definitiv nicht zu Ihnen. Souveränität heißt, sich sein Umfeld und sein persönliches Beziehungs-Netzwerk ganz bewusst auszusuchen. 

„Sage mir, mit wem Du verkehrst, und ich sage Dir, wer Du bist.“  

Die hohe Kunst ist es, im richtigen Moment „Nein“ zu sagen. Das sorgt für gute Freundschaften und gute Geschäftsbeziehungen. 

Anders ausgedrückt: Sie verdienen genau die Zahnarzt-Kunden, die Sie verdienen!
 Wie überall im Leben funktioniert auch hier das Gesetz der Anziehung. Selbst wenn Sie nicht daran glauben, ist dieses Gesetz genauso wenig auszuhebeln, wie das Gesetz der Gravitation: Ihr Wachsmesser wird trotzdem auf den Boden fallen, wenn Sie es loslassen. Ob Sie daran glauben, oder nicht. 

Ehrich Dental Consulting

#2 Passen Sie auf, was Sie denken und wie Sie handeln!

Wenn Sie ein “Jawoll-Herr-Doktor-Typ” sind, werden Sie genau die Zahnärzte anziehen, welche Sie ausnutzen werden. Sie werden wieder in die altgewohnte Bittsteller-Funktion abrutschen und genau das erreichen, was sie letztendlich nicht mehr wollen.

Die alte Angst der meisten Zahntechniker-Meister ist es, dass sie auf Grund eines „Neins“ einen guten Zahnarzt Kunden verlieren könnten.

#3 Wie Sie mit einem NEIN mehr Gewinn machen

Ein altes Marketing Sprichwort besagt: “Wer immer nur Ja sagt, macht Umsatz. Wer auch mal Nein sagt, macht auch Gewinn.”

Gute und selbstbewusste Zahnärzte wollen einen Partner auf Augenhöhe und keinen Bittsteller oder JA-Sager, da Sie mit einem selbstbewussten Laborchef Kompetenz und Qualität verbinden und nur so die Zusammenarbeit langfristig verbessert werden kann. Ein guter Zahnarzt wird Sie vielleicht sogar gerade deshalb verlassen, weil Sie ihm kein ehrliches Feedback geben.

Wenn Sie konsequent ein Erfolgstagebuch führen, wird es Ihnen mit der Zeit immer leichter fallen, auch einmal NEIN zu sagen, weil Sie mit dem Erfolgstagebuch Ihr Selbstbewusstsein trainiert haben. 

#4 Ein NEIN ist letztendlich ein klares JA zu sich selbst!

Überprüfen Sie einmal ganz genau was für Kunden Sie haben:

  • Sind es Kunden, mit denen Sie auf Augenhöhe arbeiten?
  • Sind es Kunden, die wie Freunde sind?
  • Sind es Zahnärzte mit denen Sie eine echte partnerschaftliche Beziehung haben?
  • Sind es Kunden, die Sie ausnutzen?
  • Sind es Kunden, die permanent schlechte Abdrücke liefern?
  • Sind es gar Zahnärzte, die Ihre Rechnung viel zu spät bezahlen?

Wenn ihr Zahnarzt oft zu spät zahlt oder viele schlechte Abdrücke schickt, wird er es immer und immer wieder machen, wenn Sie nicht “NEIN, SO NICHT” sagen. Wenn Sie alles hinnehmen, kann kein Lerneffekt eintreten. Außerdem verschwenden Sie Zeit, Ressourcen und Energie, die Ihnen dann bei Ihren guten Kunden fehlt.

Natürlich geht bei einem NEIN auch mal der eine oder andere Kunde, aber das sind doch genau die, die sie letztendlich auch nicht haben wollen.

#5 Wenn ein Kunde geht, kommen zwei Neue!

Und zwar genau die, die viel besser zu Ihnen passen. Ändern Sie Ihre Einstellung und es wird sich ihr Umfeld ändern. Auf gut Deutsch: Sie können die Welt nicht ändern. Aber Sie können sich Selbst ändern und damit ändert sich auch ihre eigene Welt. Machen Sie sich ein großes Schild in ihr Labor auf dem Folgendes steht:

Im Namen meiner Gesundheit und meinem Wohlergehen, sage ich NEIN zu Aufträgen und Menschen, die mich überfordern und mir nicht gut tun!

Es wird Ihnen zu Anfang sicherlich nicht leicht fallen, einmal NEIN zu sagen, weil Sie es vielleicht noch nie regelmäßig im richtigen Moment gemacht haben. Verzichten Sie dabei bitte auf “Tut mir Leid” oder “Es ist nicht so gemeint” oder Ähnliches. NEIN! Es tut Ihnen nicht Leid! Das sollte es zumindest nicht. Es ist ihr gutes Recht und Ihr Grundsatz, das andere Menschen das akzeptieren und Sie somit auch respektieren. Dabei muss Ihr Zahnarzt-Kunde Ihnen nicht 100%ig zustimmen. Es reichen auch 80 %!

Wenn er sich auf Ihr NEIN einstellt, wissen Sie auch, dass das der richtige Kunde für Sie ist. Wenn nicht, lassen Sie ihn gehen. Denn wenn ein Zahnarzt wieder einmal anfängt, zu kurze Termine zu machen, wird er es immer und immer wieder versuchen. Vielleicht haben Sie zu Anfang ab und zu ein schlechtes Gewissen, das ist aber nur ein kleiner Preis, den Sie für eine große Freiheit zahlen.

#6 Seien Sie in Zukunft nicht mehr der Depp vom Dienst!

Machen Sie sich nicht abhängig von der Sympathie anderer. Sie sind nicht auf dieser Welt, um jede Bitte von anderen Menschen zu erfüllen. Lassen Sie nicht zu, dass alle anderen nur etwas von Ihnen wollen. Sie wollen auch Ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen. Kennen Sie den besten Weg zum Misserfolg? Das machen die ewigen JA-Sager zu gerne:

Everybody‘s Darling is everybody‘s Depp!

Sie können es sowieso nicht allen Recht machen! Also lassen Sie es doch gleich von Anfang an!

#7 Fazit

Lernen Sie in kleinen Schritten, die zu Ihnen passen, immer öfter auch einmal NEIN zu sagen. Versuchen Sie nicht, es allen Recht machen zu wollen. Machen Sie IHR Ding! Sie werden einige Kunden und auch Freunde verwundern, aber es wird weniger Schlimmes passieren, als Sie denken. Ganz im Gegenteil: Sie werden mehr Gewinn durch weniger Stress machen und sich morgens viel besser im Spiegel anschauen können.

Machen Sie es besser, als viele Andere!

Ihr
Rainer Ehrich

Kategorien: Akquise

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