Dentallabor Marketing

Wie Sie wirklich etwas verändern in Ihrem Leben

[fa icon="calendar"] 12.07.15 18:53 / von Rainer Ehrich

Komfortzone

Die meisten Menschen, die etwas in Ihrem Leben verändern wollten, stellen oft nach 5 Jahren fest, dass sich kaum etwas bewegt hat. Woran das liegt und dass wir Neues lieben und Veränderung gar nicht mögen und warum es so schwer ist, diese umzusetzen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Auch lernen Sie, wie Sie in Zukunft Veränderungen besser und einfacher erreichen können. Dazu ist das Wissen um diesen Prozess sehr wichtig. 

Wenn jemand etwas verändern möchte, will man sich von etwas Schlechtem weg zu etwas Besseren hin bewegen. Schwer ist es deshalb für die meisten, weil wir alle “Gewohnheitstiere” sind, weil unsere Gewohnheiten uns “laufen” lassen. Ganz automatisch. Hier fühlen wir uns wohl und sicher. Deshalb nennen wir diesen Bereich auch unsere Komfortzone. Dieser Bereich ist etwas sehr Schönes, weil wir uns hier auskennen, wir können mitreden, wir fühlen uns sicher und geborgen und es ist so kuschelig angenehm in dieser Komfortzone.

Um Veränderungen aber wirklich umzusetzen, müssen wir aus der Komfortzone heraus. Und da beginnt der erste große Schritt, an dem die meisten sich schnell wieder zurück ziehen. Sie schauen kurz heraus aus dem warmen Schneckenhaus, aber ziehen den Kopf nach kurzer Zeit schnell wieder zurück, begleitet von vielen Ausreden:

  • Das ist jetzt ein ungünstiger Zeitpunkt
  • So dringend will ich das dann doch nicht
  • Ich bin doch nicht der Typ für….XY
  • Ich habe im Moment keine Zeit….
  • Im Moment ist es schlecht, weil… 

#1 Kennen Sie die Ausrede Nr.1?

Da gibt es den uns allen bekannten Schweinehund, der uns da permanent ins Ohr flüstert. Die Dinge, die wir verändern wollen, es aber nicht schaffen, beginnen mit der Ausrede Nr. 1. Diese Ausrede habe ich von über 100 Dentallabor-Chefs gehört, wenn ich mit Ihnen ins Geschäft kommen wollte:

“IM MOMENT geht es nicht, weil….”

Im Moment geht es nicht, weil… ist nicht förderlich für Veränderungen, weil es im Leben sowieso nur immer diesen einen Moment gibt. Auch ein halbes Jahr später ist es wieder dieser Moment. Der Moment ist immer das JETZT und das JETZT ist das Leben. Und Veränderung kann immer und ausschließlich nur JETZT stattfinden. 

Zu Anfang habe ich das auch immer geglaubt, was Laborchefs mir erzählt haben, wenn es um eine Zusammenarbeit ging, die sie letztendlich auch wollten. Nur eben JETZT nicht. Aber als wir dann zu einem späteren Zeitpunkt X, den wir vereinbart haben, wieder darüber gesprochen haben, waren es zu 90% die gleichen Gründe, warum es im MOMENT nicht geht, die mir schon im ersten Gespräch genannt wurden. Bei 10% der Laboren waren es echte und für mich nachvollziehbare Gründe, warum es jetzt nicht geht. Da wurden interessanterweise aber die verbindlichen Zusagen zu einem späteren Zeitpunkt auch wirklich eingehalten. Überprüfen Sie bei sich selber, ob Sie immer die gleichen Ausreden haben. Letztendlich sind es immer Ausreden vor sich Selber. Schützen Sie sich vor dieser Bremse, weil Sie sonst wenig voran kommen in Ihrem Leben.

Die meisten Menschen sitzen alle im “I will be back” - Bus. Dort winken Ihnen alle zu und lassen Sie im Glauben, dass sie auf alle Fälle auf Sie wieder zurück kommen. Vergessen Sie´s! Das kennen Sie bestimmt auch von potenziellen Zahnärzten als Neukunden, wo Sie wirklich glaubten, er würde Ihnen Arbeit schicken und nichts außer Ausreden ist gekommen? Der Mensch möchte gerne Dinge verändern, liebt aber nur Neues und hasst Veränderungen, weil er die kuschelige Komfortzone verlassen muss:”Ach, mit meinem Labor klappt das doch recht gut. Warum soll ich jetzt wechseln?” Und das, obwohl Sie viel Besseres zu bieten haben.

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
(Albert Einstein, 1879–1955)

Hier eine mögliche Hitliste der “Im Moment geht es nicht, weil…” Ausreden:

  • ...meine Mitarbeiterin längere Zeit krank ist
  • ...wir zu viel zu tun haben
  • ...wir zu wenig zu tun haben
  • ...ich noch zu viel Angestellte habe
  • ...ich zu wenig Mitarbeiter habe
  • ...ich dafür keine Zeit habe
  • ...ich in 5 Jahren in Rente gehe

Das sind bestimmt für den einen oder anderen normale Gründe, etwas nicht zu tun. Für mich auch. Aber nur, wenn mein Gegenüber auch wirklich nichts verändern wollte. Menschen, die augenscheinlich etwas verändern möchten, das auch immer wieder beteuern, einen Grund nennen, warum es im Moment nicht geht und diesen Grund im halben Jahr wieder nennen, haben es nicht geschafft, den Veränderungprozess einzuleiten. Das sagt ein Spruch sehr gut aus, den ich neulich bei Facebook gefunden habe:

“Da entdeckt man eine To Do Liste von 2010 und sie ist 2015 immer noch brandaktuell”

Das ist etwas ganz normal Menschliches und ich selber kenne das nur zu gut. Wichtig dabei aber ist, sich dabei einzugestehen, dass man selbst die gewünschte Veränderung einfach nicht konsequent angegangen ist. Punkt. Aus. Fertig. Im Grunde genommen wissen wir doch alle in unserem tiefsten Inneren ganz genau, woran es bei uns gelegen hat, weshalb unsere To-Do-Liste nach 5 Jahren noch brandaktuell ist. Oder?

#2 Gibt es einfache Veränderungs-Formel?

Wenn Veränderung so einfach wäre, würde es nicht so viele Bücher darüber geben. Natürlich gibt es deswegen auch keine einfache Formel, aber ein Grundsatz, den man gerade für den Anfang jeder Veränderung anwenden sollte:

Die 100 % Formel!

100_Formel

Jede Veränderung fängt mit einer Absicht, einer Entscheidung an. Und Sie sollten mit der Absicht auf eine bestimmte Veränderung innerhalb von 72 Stunden mit der Umsetzung beginnen. Dafür reicht ein kleiner Schritt. Sonst können Sie es gleich wieder zu den Akten legen, wenn Sie nicht innerhalb dieser Zeit beginnen. Der zweite wichtige Punkte der 100% Formel ist, dass Sie die gewünschte Veränderung jetzt 28 Tage oder 28 x wirklich konsequent durchziehen. So wird es zu einer Gewohnheit und so entsteht ein neues Verhalten bei Ihnen. Wie schon eingangs von mir erwähnt, sind Gewohnheiten unser Motor, unsere Software. Diese beiden Zahlen prägen Sie sich bitte ein: 72 h + 28 Tage = 100%!

Ehrich Dental Consulting

#3 Wo können Sie bei Veränderungen noch ansetzen?

Ich persönlich finde die 6 logischen Ebenen nach Dilts ein tolles Werkzeug zur Veränderung. Es ist eine Pyramide, wo die Veränderung von unten nach oben zwar immer schwerer, aber auch deutlich wirkungsvoller wird. Wenn man diese einzelnen Bausteine professionell “durcharbeitet”, können Wunder für die gewünschte Veränderung passieren. 

6_Ebenen

Der einfachste Schritt der Veränderung ist die Änderung Ihres Kontextes. 

Wenn Sie z.B. deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigen wollen und Ihren Umsatz verdreifachen möchten, Sie aber auf dem flachen Land mit wenig Bevölkerung wohnen, müssen Sie sehr wahrscheinlich mit Ihrem Dentallabor in eine größere Stadt umziehen. Der Kontext ist in diesem Fall Ihre Umgebung, Ihre Stadt oder Ihr Standort, wo Sie wohnen, leben und arbeiten. Das ist noch relativ einfach. Es sei denn, Ihre Glaubenssätze würden das niemals zulassen, aus Ihrer Heimat wegzuziehen. Da obere Dinge in der Pyramide immer mehr Kraft haben, hat sich der Umzug und somit das Ziel des dreifachen Umsatzes in diesem Beispiel schon erledigt. 

Etwas schwerer wird schon die Veränderung, wenn es an das Verhalten geht. Wenn Sie eher ein introvertierter Typ sind und Sie aber durch Ihre Veränderung auf die Bühne müssen und etwas “rocken” sollen, wird der Sprung aus der Komfortzone schon ein Sprung ins kalte Wasser. Das gleiche gilt auch bei der Akquise, wenn Sie es nicht gewohnt sind und Sie selber glauben, dass Sie mit Ihrem jetztigen Verhalten nicht so begeisternd rüber kommen, wie Sie sollten. Sie merken schon, ein Umzug ist etwas leichter als eine Verhaltensänderung. Dennoch gilt auch für Sie: Es ist gar nicht so schwer! Sie sind kein schlechter Verkäufer, Sie verhalten sich vielleicht nur wie einer. Und Verhalten kann man ändern!

Ihre Fähigkeiten können Sie gerade als Zahntechnikermeister oder Chef eines Dentallabors ständig und stetig verbessern. Wenn Sie die Akquise nicht so gut können, lernen Sie das von Profis. Wenn Ihre Keramiken nicht so gut aussehen, bilden Sie sich weiter und verbessern Ihre Fähigkeiten. Das wird viele Veränderungen in Ihr Leben bringen!

Was bisher noch relativ einfach auf den Stufen der Pyramide war, geht jetzt bei der Stufe Ihrer Glaubenssätze und Ihrer Werte ans Eingemachte. Hier liegt sozusagen Ihre persönliche Software. Und jede Software läuft so, wie sie von Ihnen oder Ihrem Umfeld mit den Jahren geprägt, bzw. programmiert wurde. Wenn Sie es also schaffen, vor allem Ihre limitierenden Glaubenssätze auf Richtigkeit zu überprüfen und umzuprogrammieren, schaffen Sie ungeahnte und tolle Veränderungen. Ich will hier einmal ein kurzes Beispiel für die Zahntechnik bezüglich limitierender Glaubenssätze bringen und vor allem, wie man diese auf “Richtigkeit” überprüfen kann:

ZTM: ”Meine Zahnärzte wollen unbedingt kurze und schnelle Termine. Wenn ich diese nicht einhalte, verliere ich diesen Kunden!”

Das ist so ein typischer limitierender Glaubenssatz, den ich schon des öfteren gehört habe. Wenn Sie diesen oder einen ähnlichen Glaubenssatz auch haben, stellen Sie sich doch einmal eine einfache Frage:

”Kann ich mit absoluter 100%-iger Sicherheit sagen, dass diese Annahme von mir wahr ist und ich den Kunden bei längeren Terminvorgaben wirklich verliere?”

Lassen Sie diese Frage auf sich wirken und beantworten Sie sie nicht mit Ihrem Verstand. Achten Sie auf Ihr Gefühl und warten Sie die Antwort ab. Ab jetzt beginnt oft schon ein Veränderungsprozess ganz automatisch, wenn Sie nicht gleich anfangen, irgendetwas zu bewerten. Bedenken Sie, dass auch so eine “Technik” ein Prozess ist und vor allem in der Wiederholung große Wirkungen zeigt.

Sie können sich vielleicht schon vorstellen, dass wir langsam zur Königsdisziplin kommen, um Veränderungen zu erwirken: Eine Identität zu ändern, ist schon nahezu eine Änderung des gesamten Lebens. Das macht man nur, wenn wirklich radikale Änderungen vollziehen will.

Wie schon am Anfang dieses Beitrags von mir erwähnt, ziehen Veränderungen im oberen Teil der Pyramide gleichzeitig Veränderungen in unteren Bereichen automatisch nach sich. Wenn Sie Ihre Identität verändern, werden sich Ihre Glaubenssätze und Fähigkeiten sehr wahrscheinlich auch ändern. Eine Veränderung von oben nach unten ist also immer radikaler, aber eben auch viel schwerer.

Kommen wir zum Schluss zur Vision. Eine Vision ist deutlich mehr als ein Ziel. Es ist die Selbstverwirklichung Ihres Lebens. Das ist das, wofür Sie geboren wurden! Es ist Ihre Berufung, es ist die Frage nach dem WARUM in Ihrem Leben! Die wenigsten Menschen haben eine echte Vision. Eine Vision hat im Übrigen niemals etwas mit Geld in der WARUM-Fragestellung zu tun. Wenn Sie aber Ihre Vision leben, kommt das Geld automatisch. Fragen Sie sich also wirklich innigst, ob Sie eine Vision haben. Gehen Sie in Ihr Gefühl und fragen Sie sich, was es genau ist? Letztendlich weiß es jeder Mensch ganz genau, was seine Selbstverwirklichung ist, wenn er den Verstand wieder einmal ausschaltet. Der weiß es nämlich nicht. Meistens ist es die Sache, wenn Sie sich folgende Frage stellen:

“Was würde ich brennend gerne tun, wenn ich genau wüsste, dass ich nicht scheitern werde?” 

Fazit:

Wenn Sie also wirklich langfristig etwas verändern wollen, bedeutet das Arbeit. Wenn nach 5 Jahren Ihre To-Do-Liste noch brandaktuell ist, haben Sie zu wenig an Ihrer Veränderung gearbeitet. Verlassen Sie Ihre Komfortzone, wenn Sie etwas verändern möchten. Erstmal ist es ungewohnt, aber wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen haben, werden Sie diese nicht nur vergrößern, sondern Sie werden magische Momente in Ihrem Leben erfahren. Akzeptieren Sie auch, dass gewisse Veränderungen einfach nicht zu schaffen sind, weil Ihre Werte und Glaubenssätze einfach zu stark gegen diese eine Veränderung sprechen. So brauchen Sie sich keine Vorwürfe machen, dass Sie angeblich zu wenig Willen hatten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Veränderung!

Ihr Rainer Ehrich

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