Dentallabor Marketing

Wie Sie gute Mitarbeiter in der Zahntechnik finden und binden

[fa icon="calendar"] 04.11.15 16:06 / von Rainer Ehrich

Das Finden und Binden von guten Zahntechnikern als Mitarbeiter ist zu einer echten Aufgabe geworden für viele Dentallabore. Es wird viel Geld ausgegeben für teure Anzeigen, die in der Regel selten beeindruckende Ergebnisse bringen. Kommen eventuell die Provisionszahlungen aus den 70er Jahren zurück? Ich denke, es gibt andere Wege, um gute Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden. Der Unterschied liegt nicht unbedingt am Medium, sondern wie so oft an der Kommunikation und an den Bedürfnissen der Menschen. In meinem Blog können auch Kollegen ihre guten Ideen und Ansätze hier niederschreiben. Jeder kann sich bei mir dafür “bewerben”. In diesem Artikel habe ich die Ideen und Inspirationen von Christian Born, Inhaber von Cultus Dentes aus Berlin, mit einfliessen lassen:

#1 Zahlen Sie bald wieder “Kopfgeld” für Zahntechniker?

In meinem Umkreis steigt die Suche nach Fachkräften. Unterhält man sich mit anderen Zahntechnikern über dieses Thema, sieht es Deutschlandweit nicht anders aus. Was also kann man tun und was sollte man lassen? Auch „Kopfgelder“ zur Personalvermittlung werden über Kollegen und Außendienst-Mitarbeiter der Industrie für wechselnde und abgeworbene Fachkräfte schon ausgeboten. Wobei der Begriff „Kopfgeld“ bei der Suche nach Personal theoretisch nicht ganz korrekt ist, weil es eigentlich für die Ergreifung oder Tötung von Jemanden steht. 

# 2 Sind die Anzeigen zielführend gestaltet?

Ich sehe fast täglich die Hilferufe in den Zeitungen. Anders kann ich so etwas nicht mehr bezeichnen. Anzeigen fangen teilweise sogar schon mit HILFE!!! an. Sucht man dadurch jemanden aktiv? Wer eine Annonce schaltet, sucht nicht! Er möchte nur gefunden werden und das mit geringem Aufwand. Außerdem sind die meisten Anzeigen lieblos, mit wenig Informationen und ohne Emotionen gestaltet. Hier ein Beispiel:

„Dentallabor sucht Allroundzahntechniker/-in, gute Bezahlung, Telefonnummer“ oder einfach nur „Zahntechniker/-in gesucht“.

Die Arbeitszeit beträgt einen großen Anteil von der Zeit des Lebens. Auch bei dem Arbeitsverhältnis miteinander, kann man schon von einer partnerschaftlich ähnlichen Beziehung sprechen. Wenn man sich mit Angestellten unterhält, kommt oft die Aussage: „Ich verbringe mehr Zeit bei der Arbeit, wie mit meinem Partner oder der Familie“.

 

# 3 Wie würden Sie es bei der Partnerwahl machen?

Wenn ich so eine lieblose Anzeige in einer Partnerschaftsannonce verpacke, kommt folgendes heraus:

„Mann sucht Allroundfrau, gutes Taschengeld, Telefonnummer“ oder einfach nur „Mann/ Frau gesucht“.

Hat das Ihr Interesse geweckt? Vielleicht sollte man da ein bisschen mehr Zeit und Emotionen investieren. Schließlich möchten Sie als Chef doch eine längere und vor allem gute Beziehung und Partnerschaft mit Ihrem Mitarbeiter aufbauen. Man muss sich interessant machen, sich präsentieren und um Mitarbeiter werben.

Ehrich Dental Consulting

# 4 Stellen Sie sich vor der Gestaltung Ihrer Anzeige folgende Fragen:

  • Warum ist mein Dentallabor das Richtige?
  • Was unterscheidet mich von anderen Mitbewerbern?
  • Womit kann ich mich mit meinem Labor von anderen Laboren abgrenzen?
  • Was kann ich dem Mitarbeiter individuell bieten?
  • Oder habe ich nur Pauschal-Angebote?

Das sind nur einige Fragen, die sich jeder Laborchef stellen sollte, bevor er sucht. Wir sind schon lange keine „Arbeitgebergesellschaft“ mehr. Wir sind auf Fachkräfte angewiesen. Was nützen uns Aufträge, die nicht bearbeitet werden können. Deswegen ist es für mich umso unverständlicher, wenn ich solche Aussagen höre:

„Seit wann kommt der Berg zum Propheten“ oder „Der will doch was von mir“.

Das ist eine Arroganz von Arbeitgebern, die schon lange nicht mehr angemessen scheint. Bei der Partnersuche geben sich die meisten Menschen auch sehr viel Mühe. Sie gehen zu Vermittlungagenturen, suchen nach Partnern im Internet auf Partner - Foren und - Portalen oder gehen auf Single-Partys.

Sie hübschen sich auf, um sich zu präsentieren. Was bei der Partnersuche manchmal übertrieben wird, wird bei der Stellenanzeige eher vernachlässigt. Machen Sie sich richtig schick und gehen auch einmal andere Wege:

# 5 Versetzen Sie sich am besten in den Arbeitnehmer hinein

Viele Arbeitnehmer tun sich mit einem Arbeitsplatzwechsel oft sehr schwer und haben Angst vor Neuem. Sie haben lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Nehmen Sie diese Ängste schon in der Anzeige und vermitteln Sie ein gutes Gefühl. Präsentieren Sie sich von Ihrer besten Seite, die auch eine Sicherheit vermittelt. Natürlich müssen Sie das auch halten können.

Vielleicht kommt bei dem Einen oder Anderen doch der Gedanke, zu wechseln, weil sie gar nicht wussten, wie gut sie es bei Ihnen haben könnten. Suchen Sie selbst und aktiv, wenn Sie gute Mitarbeiter benötigen. Auch ein persönliches Profil-Bild von Ihnen schafft Vertrauen und sollte in einer Anzeige, gerne auch mit Team, nicht fehlen.

# 6 Das Binden eines Mitarbeiters an Ihr Labor ist genauso wichtig wie das Finden

In einer Partnerschaft sollten Ziele und Wünsche miteinander abgestimmt werden. Diese verändern sich auch mit wechselnden Lebensumständen. Wie oft werden Arbeitsverträge individuell angepasst oder im fortlaufenden Arbeitsleben verändert? Das höre ich sehr selten. Dieses kann man schon beim Einstellungsgespräch abklären.

 

Dabei hilft ein Fragenkatalog, den man sich selber erstellen kann.

  • Fragen Sie Ihren neuen potentiellen Mitarbeiter/-in nach Wunscharbeitszeiten.
  • Ist er/sie Single?
  • Müssen Kleinkinder in den Kindergarten?
  • Arbeitet der Partner in Schichten?
  • Was ist dem Mitarbeiter am wichtigsten?

Wenn man die Arbeitsabläufe leicht verändern kann, man dafür aber einen hochmotivierten Mitarbeiter/-in gewinnen kann, der vielleicht ohne Stress sein Kind aus dem Kindergarten abholen kann, ist das ein Gewinn für alle. Manchmal sind so kleine Details entscheidend. Dafür muss jeder Arbeitgeber allerdings auch mal in sich gehen und sich mögliche Fragen stellen:

  • Was kann ich bieten?
  • Wo bin ich flexibel?
  • Wobei gehen keine Kompromisse?
  • Was will ich definitv nicht?

Was nicht geht, ist immer sehr schnell gefunden. Dennoch ist auch diese Frage wichtig. Wenn ein Mitarbeiter etwas machen muss, was er definitiv nicht will und wenn hier im schlimmsten Falle ein "Kampf der Egos" ausbricht, kommt schnell die innere Kündigung.

Was man zu bieten hat, können einige schon schwieriger definieren. Jeder möchte so wenig wie möglich abgeben und tut sich deshalb mit seiner eigenen Flexibilität oft schwer. Junge Arbeitnehmer wünschen sich nicht immer nur Geld. Flexibilität und Mobilität stehen sehr hoch im Kurs. Können Sie einen Dienstwagen zur Verfügung stellen? Der würde nach Dienstschluss sowieso nur rumstehen.

# 7 Außerdem haben Sie mit dem Dienstwagen einen kleinen Nebeneffekt:

  • Ihr Mitarbeiter bleibt öfter bis zum Schluss da
  • Macht eher ein wenig länger ohne zu murren
  • Fahren freiwillig nach der Arbeitszeit noch Arbeiten aus
  • Sie erledigen mit dem Fahrzeug noch die Post

Andere Mitarbeiter haben ein eigenes Auto oder bekommen auf einmal Kinder. Dann sind auf einmal ganz andere Dinge wichtig im Leben. Jetzt kommen dann z.B. Steuervorteile zum Tragen. Jetzt könnten Sie z.B. die Kita oder den Hort bezahlen, indem Sie die Kosten vom Bruttolohn abziehen. So haben Sie beide etwas davon, weil beide Seiten weniger Lohn-Nebenkosten haben.

Ältere Angestellte denken schon mal über eine Rente nach. Die betriebliche Altersfürsorge hat viele Vorteile. Man bindet die Arbeitnehmer an die Firma, weil das Geld erst einmal als Firmeneigentum zählt. Zusätzlich mindert man auch die Lohnnebenkosten und die Angestellten tun etwas für ihre Altersfürsorge, was ein wenig Sicherheit bietet.

# 8 Individuelle Arbeitsverträge schaffen keine Neider

Individuelle Verträge sind immer auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt und da jeder nur sein Positives sieht, kommt kein Neid auf. Was soll ein Single mit Kinderbetreuungskosten oder ein Familienvater, der sich ein großes Familienauto gekauft hat, mit einem kleinen Botenfahrzeug? Der eine mag Umsatzbeteiligung und ist dadurch mehr motiviert und der andere mag lieber ein gleichbleibendes Festgehalt, um sich ohne Stress konzentrieren zu können.

Für viele Arbeitnehmer rückt die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie immer mehr in den Vordergrund. Kita-Öffnungszeiten oder sogar Kita-Streiks sind sehr häufig ein Hindernis im Arbeitsleben. Auch da kann man mit Stundenkonten und flexiblen Arbeitszeiten entgegenkommen.

Das sind nur ein paar Beispiele, um einen ausgeschriebenen Arbeitsplatz attraktiver zu machen. Für jeden können individuelle Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Im Leben gibt es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Da sind pauschale Arbeitsverträge längst überholt. Man muss mehr auf die Bedürfnisse der Angestellten eingehen.

# Fazit

Seien Sie anders mit Ihrem Dentallabor. Nicht nur bei der Akquise, sondern auch bei der Suche nach Mitarbeitern. Suchen Sie bei sich nach der emotionalen Bindung, die Menschen anspricht. Werben Sie mit Ihrem persönlichen Bild, mit Ihrer Person und zeigen Sie auch Ihr Team, wenn Sie eins haben. Gehen Sie individuell auf die Wünsche Ihrer Mitarbeiter ein und wandeln Sie Ihre Ideen in Geldwerte Vorteile. Ein bezahlter Kita-Platz bleibt immer im Gedächtnis. Aber 150 € mehr Brutto nur kurz.

Ihr Rainer Ehrich

Kategorien: Dentallabore, Zahntechnik

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