Dentallabor Marketing

Wie Dentallabore Mitarbeiter finden und halten können

[fa icon="calendar"] 13.05.16 16:05 / von Rainer Ehrich

Fotolia_19900637_S-1.jpgDie Digitalisierung in der Zahntechnik ist nicht mehr wegzudenken. Sie hat das Arbeiten in einem Dentallabor radikal verändert gegenüber den Bedingungen vor 15 Jahren. Um gute Mitarbeiter für die Zahntechnik zu finden, muss ein Laborchef heute flexibel sein und sich auf jeden einzelnen Mitarbeiter individuell einstellen. Das ist viel wichtiger als die Höhe des Gehalts, denn die Menschen legen heutzutage sehr großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Sie wollen entspannt und sauber arbeiten können und Spaß dabei haben. Dann bringen sie auch gute Leistungen. Was Sie heutzutage als Chef eines Dentallabors zu beachten haben, lesen Sie hier:

# 1 Geht das Arbeiten auch von zu Hause für angestellte Zahntechniker?

Da Flexibilität heute wirklich das Wichtigste für ein Unternehmen udn Angestellte ist, können Sie neue Mitarbeiter dadurch gewinnen, indem Sie ihnen das Arbeiten von zu Hause ermöglichen. Das ist im Zeitalter der Digitalisierung viel einfacher geworden, weil man nicht ein halbes Labor in der Wohnung des Mitarbeiters aufbauen muss. Heute werden Daten ganz einfach verschickt - sauber und alles nur mit einem anständigen PC.

Sie müssen allerdings alles klar kommunizieren, so dass es vollkommen ersichtlich wird, dass hier weder eine Schein-Selbstständigkeit vorherrscht und es keine offizielle Zweigstelle ist. Denn dort bestünde  die Meisterpflicht. Aber das dürfte bei einem eindeutigem Arbeitsvertrag kein Problem sein.

Auch können Sie die Arbeitsschritte sehr gut teilen, so dass dort gar kein Meister vor Ort in der Wohnung sein muss. Beim Konstruieren am PC entstehen schließlich nur virtuelle Rohdaten, die erst im Labor auf der Maschine zum individuellem Zahnersatz werden und somit natürlich von der meisterlichen Sorgfaltspflicht abgedeckt werden. CAD stellt also lediglich nur einen Konstruktionsentwurf dar, der durch einen ZTM im Labor vom CAM umgesetzt und erst dann zum individuellen Zahnersatz im Sinne des MPG und der HWK-Verordnung wird.

Fragen Sie aber sicherheitshalber Ihre Handwerkskammer oder Innung, was Sie genau dürfen und was nicht und wie das im Arbeitsvertrag formuliert werden muss. Es ist auf alle Fälle eine riesige Chance, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. Gerade bei sehr guten Zahntechnikerinnen, die bei Ihren Kindern zu Hause sein wollen, ist das ein Tool, was absolut in unsere Zeit passt.

# 2 Wie Teilzeit auch einmal anders geht

Gerade in der Zahntechnik ist doch meistens entweder zu viel oder zu wenig zu tun. Selten ist genau die richtige Menge an Arbeit vorhanden. Das sind doch beste Vorraussetzungen für eine Teilzeit. Teilzeit heißt ja nicht immer nur: Vormittags arbeiten und nachmittags frei. Teilzeit heißt, dass es sich um eine reduzierte Monatsstundenzahl handelt.

Ein Mitarbeiter kann jetzt also seine Arbeitszeit individuell in Absprache mit dem Chef genau für einen gewissen Zeitraum einplanen. Das könnten 3 volle Tage nächste Woche sein, dann wieder 5 halbe Tage für diese Woche oder flexibel je nach Auftragslage auch einmal kurzfristig geändert werden. Das hilft dem Chef für eine optimale Auslastung und der angestellte Zahntechniker ist freier in seiner Gestaltung seiner Arbeitszeit, sprich Lebenszeit.

In vielen anderen Berufen sind die beiden oberen Punkte #1 + #2 Gang und Gebe. Überall dort, wo mit digitaler Datenübertragung gearbeitet wird, ist das durch einen extra PC mit guter Wlan Verbindung möglich. Die neue Zahntechnik bietet sich da regelrecht an. Den frei gewordenen Arbeitsplatz im Labor könnten Sie ja sogar noch vermieten, wenn Sie wollen.

# 3 Job Sharing

Wenn Sie gute Mitarbeiter endlich gefunden haben, diese aber nur in Teilzeit arbeiten möchten und Sie aber eine Vollzeitkraft brauchen, ist das alt bewährte Job-Sharing immer wieder ein klasse Modul. Ein Job bei doppelter Motivation. Die Absprachen finden in der Regel zu 80% unter den beiden angestellten Zahntechnikern statt, so dass Sie dort auch den Kopf frei haben.

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# 4 Regelmäßige Fortbildungen

Jeder Mensch möchte sich weiterentwickeln, so wie ein Baum einfach immer weiter wächst. Das ist ein Naturgesetz. Nur im Labor sitzen und immer das Gleiche tun, bis vielleicht einmal eine neue Malfarbe ausprobieren, reicht den meisten nicht mehr. Die Y-Generation arbeitet heute im Schnitt nur noch 3-5 Jahre in einem Betrieb. Seien Sie also auf der Hut.

Halten Sie den Level hoch , dass nicht nur Sie auf Fortbildungen gehen, sondern schicken Sie Ihre guten angestellten Zahntechniker hin. Geld steht wie gesagt nie an erster Stelle. Wenn das so ist, ist es sowieso nicht der richtige Mitarbeiter. Gleichzeitig können Sie durch solche Events Ihre Angestellten nicht nur an Ihr Dentallabor binden, sondern auch besser machen, was sich in der Qualität Ihres Dentallabors auswirkt.

# 5 Sauberes Arbeiten im Labor

Die Zeiten von stinkenden Aschenbechern am Labor-Arbeitsplatz sind in 95% der Laboren vorbei. Das war vor 10 Jahren ein echtes Thema für einige Mitarbeiter, dort nicht mehr in dem Betrieb weiter zu arbeiten.

Jetzt entsteht gerade wieder so ein Umdenken. Durch die Digitalisierung und das verstärkte Arbeiten in der Zahntechnik am PC oder MAC, ist sauberes Arbeiten bei jungen Menschen wirklich ein echtes Thema. Mit “Sauber” meine ich nicht gut, sondern wirklich CLEAN.:

Also ohne Einbettmasse, ohne stinkenden Phosphatrauch aus dem Ofen, wo 4 Speed-Modellguss-Muffeln bei 900 Grad zum “Bloß weg hier - mach die Tür zu -Tanze” bitten und die Absauganlage ihren letzten Lebensstunden entgegen hechelt.

Ich spreche jetzt auch nicht vom Modellgusstechniker, der seit 30 Jahren MoGu-Platten schrubbt und sagt:”Ich brauche das!” Den kann ich voll verstehen und Sie wahrscheinlich auch. Aber die “neuen” digitalen Zahntechniker wollen das genauso wenig, wie der 57-jährige Modellgusstechniker vorm MAC Dinge konstruieren, von denen er nichts versteht. Ich halte Punkt #5 als sehr wichtig, der auch unbedingt in die Stellenanzeige muss.

# 6 Bilden Sie aus!

Der älteste Weg, der heute immer noch aktuell ist der, junge motivierte und begabte Menschen auszubilden. Die Betonung liegt auf motiviert und begabt. Immer wieder habe ich in Gesprächen mit Laborchefs gehört, dass sie die "Schnauze gestrichen voll" haben von Auszubildenden. Sicherlich gibt es da einige Nieten dabei, weil diese in dem Alter noch nicht immer wissen, was Sie eigentlich wollen. Aber viele Chefs hätten Folgendes bei der Auswahl des Lehrlings besser machen können:

  • Mehrere Kandidaten an einem Samstag zu einem gemeinsamen Test einladen. Dort haben dann alle die gleichen Bedingungen und Sie sehen sofort die fachlichen und mentalen Unterschiede
  • Die 3 Besten nochmal im Laboralltag eine Woche testen und auch bezahlen dafür
  • Zahlen Sie das Doppelte in der Ausbildung, was ein Zahntechnikerlehrling normal bekommt. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, wie Sie das genau abrechnen. Den Hungerlohn, den Azubis in unserem schönen Beruf bekommen, reicht für´s Überleben nicht. Das sollte es aber. Vielleicht haben Sie ja auch eine Wohnung, die Sie ihm/ihr zur Verfügung stellen.
  • Lassen Sie den Azubi nicht nur Kaffee kochen, sondern erfüllen Sie den Ausbildungsplan und schicken ihn jetzt schon auf Fortbildungen

Fazit:

Wer sich als Dentallabor den flexiblen Arbeitszeitmodellen verweigert, wird es schwer haben, neue und gute Mitarbeiter zu finden und vor allem zu halten. Es ist sowieso schon nicht so einfach. Bieten Sie vor allem den jungen Zahntechnikern ein sauberes Arbeitsfeld mit spannenden Fortbildungsmöglichkeiten. Arbeitgeber sind jetzt nicht in der Position, wo sie den “Chef raushängen” lassen sollten. Bieten Sie Ihren guten Mitarbeitern ein gutbezahltes Wohlfühlklima. Ich verspreche Ihnen, dass Sie das in toller Leistung langfristig zurückbekommen.

Ihr Rainer Ehrich 

Kategorien: Dentallabore, Zahntechnik, Zahntechniker, Mitarbeiter

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