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Dentallabor Marketing

Mit einem Dentallabor selbstständig machen?

[fa icon="calendar"] 21.07.17 13:04 / von Rainer Ehrich


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Einleitung: 

Es rufen mich sehr viele junge Zahntechniker regelmäßig an und fragen mich, ob Sie sich selbstständig machen sollen oder nicht? Für mich gibt es zu 99% immer die gleiche Antwort:"Na klar. Was denn sonst?" Das liegt wohl daran, dass ich jetzt seit fast 25 Jahre selbstständiger Unternehmer bin und trotz aller Höhen und tiefsten Tiefen würde ich niemals mehr "zurück" in das Angestelltenverhältnis wollen und für die Ziele eines Anderen arbeiten. Es kommt also immer darauf an, wem man obige Frage stellt. Ein Laborleiter mit gutem Gehalt und bestimmten Freiheiten in seinem Tun würde auf die gleiche Frage bestimmt anders antworten. Ich werde dieser Frage in diesem Artikel einmal so objektiv wie es mir möglich ist, auf den Grund gehen. Viel Spaß beim Lesen.

# 1 Der angestellte Zahntechniker

Der angestellte Zahntechniker arbeitet produktiv in einem Dentallabor und bekommt dafür ein Gehalt. Er arbeitet in erster Linie für die Ziele seines Chefs. Seine eigenen Ziele kann er nur bedingt mit einbringen, je nach dem, in welchem Dentallabor er arbeitet. Es geht ihm hauptsächlich um Sicherheit, weniger um Freiheit. Er möchte am Ende des Monats sein Gehalt bekommen und kann dafür nach 17 Uhr gedanklich weitesgehend von der Arbeit abschalten. Er hat den sogenanntenn "Nine to Five" Job.

Ein angestellter Zahntechniker tauscht Zeit gegen Geld. Weil seine Arbeitszeit begrenzt ist, ist auch sein Einkommen begrenzt. Selbst wenn er 20 € pro Stunde bekommen und 50 Stunden die Woche arbeten würde, können nicht mehr als 4.000 € Brutto im Monat dabei herauskommen. Er verdient also nur Geld, wenn er arbeitet. Er kann nicht Pleite gehen, dafür steht aber auf seinem T-Shirt KÜNDBAR. Symbolisch gesehen. Er arbeitet zu fast 100% im und nicht am Unternehmen.

# 2 Die angestellte Führungskraft

In der Dentallabor Branche sind Führungskräfte in der Regel Laborleiter. Auch sie sind angestellt und tauschen Zeit gegen Geld. Deshalb ist auch hier das Einkommen begrenzt. Allerdings verdienen sie mehr Geld, weil sie auch mehr Verantwortung tragen. Sie können im Gegensatz zum angestellten Zahntechniker allerdings mehr eigene Ideen einbringen und eigene Ziele umsetzen. Wenn Sie ihren Job wirklich gut machen, sind sie auch eher die Letzten, die gekündigt werden.

Da sie mehr verantwortlich für den Erfolg des Labors als eine normale Fachkraft sind, können sie nach Feierabend auch gedanklich weniger abschalten und müssen auch öfter Überstunden schieben, um einerseits mit gutem Beispiel voranzugehen oder späte Termine bei bei den Zahnärzten wahrnehmen. Der Laborleiter arbeitet zwar noch größtenteils im Unternehmen, beteiligt sich aber auch schon zum Teil an der Arbeit am Unternehmen. 

# 3 Der selbstständige Zahntechnikermeister

Kommen wir jetzt zu den beiden selbstständigen Unternehmertypen. Zum einen ist es der Selbstständige. Wie der der Name schon sagt, arbeitet er selbst und ständig. Er ist in der Regel Einzelkämpfer mit max. 2 Angestellten oder Hilfskräften. Da er ständig produktiv arbeitet, hat er wenig Zeit, am Unternehmen zu arbeiten. Auch er tauscht Zeit gegen Geld, wobei sein Stundenlohn in der Regel höher ist, als beim angestellten Zahntechniker. Sein Einkommen ist somit auch begrenzt.

 

Der selbstständige Zahntechnikermeister kann allerdings seine eigenen Visionen und Ideen umsetzen und sein berufliches Leben so gestalten, wie er es sich vorstellt. Er muss keinem Chef gegenüber Rechenschaft abliefern, arbeitet dafür aber auch mal ein Wochenende durch oder bleibt manchmal bis in die Nacht im Labor. Er weiß in dem Moment aber, wofür er arbeitet: Denn er arbeitet für sich, seine Ziele und sein Bankkonto. 

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Da ein Kleinstbetrieb, wie in diesem Beipiel, gegen Großlabore bezüglich der größeren Angebotspalette und flexibleren Preisgestaltung nicht mithalten kann, muss er auch sein eigenes Ding durchziehen. Er muss sich unterscheiden von Großlaboren und darf nicht Gefahr laufen, zum "Praxislabor" degradiert zu werden. Er wird in der Regel eher die komplizierten Zahnärzte bekommen, weil sie  die nötige Aufmerksamkeit bei bei den großen Laboren oftmals nicht bekommen und sich dort nicht so wohl fühlen. Er bekommt also eher die "schwierigeren" Patientenfälle, die aber seinen besonderen Einzelkämpfer-Status stärken. 

Der selbstständige Einzelkämpfer hat kaum Zeit am Unternehmen zu arbeiten, weil er vollbeschäftigt ist mit der Produktion und der Betreuung der eher energie-ziehenden Kunden. Hier gilt oft der alte Marktspruch:"Wer zu viel arbeitet, hat keine Zeit, richtig Geld zu verdienen!"

# 4 Der Unternehmer in einem Dentallabor

Kommen wir jetzt zum Unternehmer. Er ist zwar auch selbstständig, aber er arbeitet anders. Er hat mindestens 6, eher mehr, Angestellte und tauscht Geld gegen Zeit. Ein Unternehmer ist aber nicht unbedingt alleine an der Zahl der Mitarbeiter auszumachen, sondern ob er wirklich als Unternehmer "hauptberuflich" tätig ist. Es gibt auch Labor-Unternehmer mit 5 Mitarbeitern, wo super Prozesse und Systeme installiert sind und es gibt 20-Mann Labore, wo der Chef 14 Stunden am Tag in der Produktion voll mit arbeitet. Letzterer ist für mich kein echter Unternehmer. 

Ein waschechter Unternehmer unterscheidet sich vom Selbstständigen schon im Namen. Er arbeitet nicht selbst und ständig in der Produktion mit, sondern er unternimmt etwas für das Unternehmen. Er ist ein Macher-Typ. Er ist vielleicht in der Produktion der Feuerwehrmann für schwere oder besonders wichtige Fälle. Aber er sollte mehr als 50% mindestens seiner Arbeitszeit am Unternehmen arbeiten. 

Tätigkeiten, die ein echter Unternehmer macht:

  • Er besitzt Sozialkompetenz und sorgt für eine gute Stimmung unter den Mitarbeitern
  • Er ist in der Lage, jederzeit neue Aufträge und neue Kunden an Land zu ziehen
  • Er beobachtet die Branche genau und ist ständig wachsam
  • Er ist offen für Veränderungen und weiß, dass es nichts Beständigeres gibt, als Veränderungen
  • Das Unternehmen hat eine professionelle Webseite und ist auch in den sozialen Netzwerken gut unterwegs: Facebook Fan Page ist heute ein Muss.
  • Der Unternehmer macht eins der wichtigesten Dinge: Er betreut regelmäßig seine Kunden
  • Er sorgt dafür, dass das Unternehmen "Dentallabor" liquide ist.
  • Er ist eher lösungs- als problemorientiert
  • Sein "Laden" ist organisiert und strukturiert
  • und vieles mehr....

Ein richtig guter Unternehmer verdient zwar auch begrenzt in seinen Möglichkeiten sein Geld, aber er verdient am meisten von den 4 hier geschilderten Typen. Er muss auch nicht immer selber arbeiten, um Geld zu verdienen. Er hat als Einziger die Möglichkeit, Geld in Zeit zu tauschen. 

# 5 In welchem Ozean schwimmen Sie?

In allen Wirtschaftzweigen und Branchen gibt es den sogenannten Roten und Blauen Ozean. Im roten Ozean gibt es vor allem den Verdrängungswettbewerb, wie auch vornehmlich in unserer Branche. Deshalb fließt symbolisch gesehen auch Blut und deshalb wird das im Fachjargon der rote Ozean genannt. In diesem Ozean wird deshalb viel über den Preis geregelt, dort gibt es mehr Konkurrenz und nicht immer einen fairen Wettbewerb. 

Im blauen Ozean dagegen gibt es wenig Konkurrenz und die Preise sind eher hoch. Hier geht es mehr um Marken, als um Produkte. Nehmen wir Porsche und Opel als Beispiel. Beide Marken bewegen sich in der gleichen Branche und dennoch ist Porsche im blauen und Opel im roten Ozean. Wenn Porsche mit den Produkteigenschaften werben würde, wären sie auch im roten Ozean. Tun sie aber nicht. Denen geht es nur um die Marke und um Emotionen. Würde Prosche Produkte beschreiben, wie 

  • 3 Stufen einstellbarer Scheibenwischer
  • Navigationssystem
  • Lederausstattung

würde der potenzielle Käufer sagen: Das bekomme ich bei Opel auch!" Ich gebe zu, dass das in unserer Branche etwas schwieriger ist, zu kommunizieren, aber es gibt echte "Marken" unter den Dentallaboren, die ganz andere Preise nehmen können, weil sie ein unter anderem ein bestimmtes Image aufgebaut haben. Um ein gutes Marketing (auch hier steckt das Wort Marke drin) in einem Dentallabor zu installieren, müssen Sie auch zu einem echten Unternehmer werden. Dann haben Sie gute Chancen, in den blauen Ozean zu kommen.

# Fazit

Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er aus dem Beruf des Zahntechnikers macht. Als allererstes ist die 100%ige Entscheidung für einen der 4 Wege am Wichtigsten. Es muss sich gut anfühlen für Sie, was Sie wirklich wollen. Dieser Artikel gibt auch nur eine grobe Übersicht über die Unterschiede der einzelnen Möglichkeiten, die individuell natürlich sich auch immer unterscheiden können.

Wer mehr die Sicherheit, als die Freiheit bevorzugt, sollte im Angestelltenverhältnis bleiben. Wobei es in der heutigen Zeit auch immer öfter heißt:"Saveness is the new Risk!" Übersetzt: Sicherheit ist das neue Risiko. Das liegt einfach daran, dass sich heute so viel und so schnell ändert, dass man als Selbstständiger oder als Unternehmer die Dinge selbst in der Hand hat. Aber Hand kommt auch von Handlung. Man muss es natürlich auch machen und umsetzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Entscheidung,

Ihr 
Rainer Ehrich

Kategorien: Zahntechnik, Marketing für Dentallabore, Alleinstellungsmerkmal, Dentallabor, Chancen in der Zahntechnik

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