Dentallabor Marketing

Krise oder Chancen in der Zahntechnik?

[fa icon="calendar"] 09.02.17 11:50 / von Rainer Ehrich


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Keiner kann die Zahlen mehr hören, dass bei der Verteilung des Zahnersatz-Kuchens die gewerblichen Labore mit nur noch unter 40% beteiligt sind. Eigentlich müsste der Titel dieses Artikels deshalb wohl eher heißen:“Stecken die deutschen gewerblichen Dentallabore in einer Krise?“ Denn die Zahntechnik an sich boomt mit technischem Fortschritt und die Praxislabore machen Rekordgewinne pro Mitarbeiter. Natürlich hat sich seit der Einführung des Festzuschusses vor gut 10 Jahren sehr viel verändert in der Branche, aber genau deswegen gibt es auch viele Chancen für selbstständige Zahntechnikermeister.

# 1 Eine Krise ist auch immer eine Chance

Das Wort Krisis kommt aus dem Griechischen und heißt Chance und Krise zugleich. In Asien ist es bekannter unter Ying und Yang. Vielleicht möchten Sie einmal zurückschauen in Ihrem Leben und werden bestimmt einige Krisen gehabt haben, die sich im Nachhinein als teilweise vielleicht sogar fantastische Chancen heraus gestellt haben. Bei mir waren die größten Krisen später immer die besten Ergebnisse.

Ich glaube nicht, dass wir eine Krise für Dentallabore haben. Natürlich werden die Alleinstellungsmerkmale schwieriger, die Konkurrenz durch Praxislabore, Auslandszahnersatz und Industrie ist hoch und CAD/CAM & Co kann sich heute jeder Hans und Franz im Fräszentrum für kleines Geld bestellen.

Ich glaube, dass sich die meisten Dentallabore Ihre Krisen selber machen. Eine Krise ist eine wunderbare Voraussetzung für handfeste Ausreden und sie gestattet uns, nicht das zu tun, was wir tun müssten, um erfolgreich zu sein:

Bei Dentallaborchefs könnten die Ausreden so aussehen:

  • „Ohne Alleinstellungsmerkmal brauche ich gar keine Zahnärzte besuchen“
  • „DIE“ Zahnärzte gucken heutzutage doch sowieso nur auf den Preis
  • „DIE“ Patienten wollen heute doch nur noch billig

Hinzukommen die 5 Standard-Ausreden für das Nicht-Handeln:
Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter und die Krise.

Ehrich Dental Consulting

Ausreden sorgen dafür, dass wir uns unsere eigenen Krisen schaffen, die bei anderen Dentallaboren gar nicht vorhanden sind, weil die TROTZ „Krise“ genau das tun, um erfolgreich zu sein. Erfolg stellt sich meistens dann ein, wenn wir etwas TROTZDEM machen.

# 2 Werden die dentalen Krisen-Junkies vom Leben bestraft?

Was hat ein selbstständiger Zahntechnikermeister davon, wenn er vorwiegend die schlechten Dinge in der Branche sieht? Durch das „Naturgesetz der Anziehung/Resonanz“, werden uns immer und immer wieder genau diese „Krisen“ vorgehalten - wie ein Spiegel. Und diese Dinge werden dann genau eintreten.

Ich glaube fest daran, wir sind hier auf der Erde, um das Leben in vollen Zügen zu geniessen und nicht zu bejammern.

Es ist völlig irrelevant, ob Sie nun Ihren Teller aufgegessen haben oder nicht. Das Wetter wird nächsten Tag so, wie Sie es bewerten:“„Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ (Karl Valentin)

Das letzte Hemd hat keine Taschen. Das Letzte, was wir uns am Sterbebett fragen sollten:

  • Habe ich wirklich mein bestes Leben voller Ernsthaftigkeit und Leidenschaft gelebt?
  • Habe ich mich regelmäßig weiter entwickelt? (Zahn)-technisch, wie auch persönlich?
  • Habe ich stetig etwas hinzu gelernt?
  • Bin ich körperlich, geistig und seelisch gewachsen?

Sie können mir glauben, dass ich das täglich immer wieder versuche und ich bleibe weit hinter meinen Ansprüchen. Und dennoch bleibe ich so viel es geht auf der „Entwicklungs-Spur“.  Anders könnte ich mir mein Leben gar nicht vorstellen, weil die Wege zu den Zielen so spannend und voller Erlebnisse sind. Deswegen werde ich auch nicht müde, Sie immer und immer wieder daran zu erinnern und zu motivieren, es auch zu tun:

E I N F A C H   M A C H E N!

Vergleichen Sie sich deshalb nie mit anderen, sondern immer nur mit Ihren eigenen Versionen, wie z.B mit Ihrer Version von 2010 mit der heutigen Version von 2017.

# 3 Die deutsche Zahntechnik ist nur so gut, wie ihre Dentallabor-Chefs

Eine Krise gibt es im Augenblick also nur bei denen, die glauben, wir hätten eine Krise. Die Frage ist, wie viele Dentallabore sehen die derzeitigen Umstände in unserer Branche als Krise und wie viele sehen sie als riesige Chance. Es verhält sich genau wie mit der Innung oder anderen Zusammenschlüssen von Dentallaboren:

Eine Gemeinschaft ist immer nur so stark, wie Ihre Mitglieder.

Bringt sich dort keiner ein, ist also mehr der Zuschauer, als der Macher, wird die Gemeinschaft oder Organisation schwach bleiben, sich im schlimmsten Fall auflösen.
Hier gilt das Gleiche: Meckern und Jammern hilft hier wenig. Wenn Sie eher der „Dental-Macher“ sind, stecken Sie so viele Ihrer Kollegen an, jedenfalls anzufangen, in diese Richtung zu denken. Denn die Zukunft braucht mehr Macher in unserer Branche.

# 4 Es sind nie die Umstände, die unser Leben bestimmen

Sie kennen wahrscheinlich auch unendlich viele Geschichten, wo bei später sehr berühmten und erfolgreichen Menschen die Umstände denkbar schlecht waren. Und sie sind nicht wegen, sondern trotz dieser Umstände so erfolgreich geworden. Deswegen haben Sie die Ergebnisse und Resultate Ihres Dentallabors auch selber in der Hand. Wenn mir einer sagt, im Osten könne man nicht so hohe Preise nehmen, wie in München und deshalb seine „Lage“ auf diese geografischen Umstände schiebt, gibt er die Macht in fremde Hände. In diesem Fall der Region.

„Wer die Schuld hat, hat die Macht!“

Natürlich hat ein Thüringer weniger Geld im Portemonnaie als ein Münchener. Aber der Münchener muss auch das 3-fache an Miete zahlen. Wir erzählen uns unsere Geschichte so lange, bis wir sie bis an unser Lebensende glauben. Dabei sind die wenigsten wahr, werden allerdings für denjenigen wahr, die sie glauben.

# 5 „Ich hatte einen Stau!“

Kennen Sie die, die immer zu spät kommen? Sie sind alle pünktlich zum Keramik-Kurs versammelt, die Instrumente liegen bereit, eigentlich könnte es losgehen, aber es fehlen noch 2 Teilnehmer. Es fehlen zum Start immer Teilnehmer. Und meistens kommt dann so etwas wie:“Ich hatte einen Stau!“ Klasse finde ich es, wenn ein pünktlicher Teilnehmer dann sagt:“Ich auch!“

Die, die pünktlich kommen, haben einfach alles getan, um rechtzeitig zum Kurs zu erscheinen. Sie haben dafür gesorgt, dass die Uhr stimmt, sie haben etwas Zeitreserve eingerechnet und haben das dann umgesetzt.

Die sagen ja auch nicht, dass sie pünktlich waren, weil die Uhr stimmte, das Auto angesprungen ist, andere Verkehrsteilnehmer extra zu Hause geblieben sind, damit man selber keinen Stau hatten… Diese Menschen machen nicht die Umstände verantwortlich, sondern sie machen sich ihre eigenen Umstände.

# 6 Lösungen:

Jeder hat andere Vorstellungen von seinem Leben als Laborchef und als Privatmensch. Wichtig ist es für Sie, dass Sie sich so oft wie möglich ein kribbeliges Gänsehaut-Feeling in Ihrem Leben verschaffen.

Und das schaffen nur Sie alleine. Kein anderer wird bei Ihnen an der Tür klopfen und sagen:“Ich bringe Ihnen jetzt Ihr geiles Leben, was Sie sich gewünscht haben!“ Dafür müssen Sie schon selber sorgen. Gehen Sie raus als Laborchef und besuchen Sie Zahnärzte, was das Zeug hält. Gar nicht nur, um neue Kunden zu gewinnen. Einfach so, um Beziehungen aufzubauen und zu lernen, auf Menschen zuzugehen. Denn auch Zahnärzte sind nur Menschen.

Lassen Sie niemals Ihre Ziele aus den Augen. Wenn Sie jetzt zum Beispiel zur IDS 2017 reiten wollten und Sie merken 50 km vor Ihrem Ziel "KÖLN", dass Sie ein totes Pferd reiten, werden Sie doch trotzdem zur IDS kommen, oder? Sie werden Ihre Ziele doch nicht von toten Pferden abhängig machen. Ausserdem: Man weiß nie, ob das Pferd wirklich tot ist. 

Ja, das Leben ist so herrlich spannend. Ich freue mich auf noch viele spannende Jahre in unserer schönen Wellness-Branche!

Ich wünsche Ihnen noch viele Chancen und den Mut, diese auch anzugehen.

Herzlichst,

Ihr

Rainer Ehrich 

Kategorien: Akquise, Dentallabor, Chancen in der Zahntechnik

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